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Ausgabe Dezember 2005

Lebensmittelallergie: Allergene in Lebensmitteln - Allergene in Aller Munde
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Grundsätzlich kann jedes Lebensmittel eine Allergie
auslösen. Verantwortlich hierfür sind Proteine und
Glykoproteine (Allergene), die für den Gesunden unschädlich
sind und von Natur aus in nahezu
allen Lebensmitteln vorkommen. Auf dem Deutschen
Lebensmittelchemikertag vom 19. bis 21. September 2005 in
Hamburg sind Lebensmittelallergien - von der individuellen
Problematik zur generellen Analyse - ein Thema des
wissenschaftlichen Programms, das
die Lebensmittelchemische Gesellschaft, die größte
Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh),
den etwa 500 Teilnehmern bietet.
Mit Schlagzeilen wie "gefährliche Äpfel - wenn Essen krank
macht", "kleine Ursache große Wirkung", "versteckte
Allergene im Lebensmittel", "potenziell gefährliche Zutaten
in Lebensmitteln" oder "von Unverträglichkeitsreaktionen bis
zum anaphylaktischen Schock" haben die Allergene die Medien
fest im Griff - aber auch viele Verbraucher. Etwa ein bis
drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden hierzulande
unter einer Nahrungsmittelallergie, im Säuglings- und
Kleinkindalter liegt der prozentuale Anteil noch etwas
höher.
Während beim gesunden Menschen die körperfremden Proteine
und Glykoproteine in Lebensmitteln keine Reaktion des
Körpers auslösen, kommt es beim Allergiker beim Kontakt von
Immunsystem und Allergen zu
einer heftigen Reaktion des Immunsystems, verbunden mit
einer erhöhten Ausschüttung von Histamin. Dieses bewirkt u.a.
die typischen allergischen Symptome wie Hautreaktionen
(Juckreiz, Ausschläge und Nesselsucht),
Magen-Darmbeschwerden wie Erbrechen, Durchfall und
Bauchschmerzen, Juckreiz und Schwellungen im Mund- und
Rachenraum oder asthmatische Beschwerden bis hin zum
lebensbedrohenden anaphylaktischem Schock.
Eine Nahrungsmittelallergie zu diagnostizieren, ist sehr
schwierig. Außerdem gilt es, zwischen echter Allergie und
reiner Überempfindlichkeitsreaktion zu unterscheiden. Dies
ist nur durch eine labormedizinische Untersuchung des Blutes
möglich.
Dem Lebensmittelchemiker kommt, je nach seinem
Tätigkeitsbereich, die Aufgabe zu, die allergieauslösenden
Stoffe im Lebensmittel aufzuspüren, die entsprechende
Kenntlichmachung für den Allergiker auf dem Etikett
vorzunehmen und die Lebensmittel dahin gehend zu überprüfen.
Um die Allergene, Pseudoallergene oder Unverträglichkeiten
auslösenden Stoffe nachzuweisen, wurden verschiedene
Methoden entwickelt. Das
allergieauslösende Protein kann über immunologische Tests
oder den PCR (Polymerasekettenreaktion)-Nachweis
spezifischer DNA-Sequenzen des
Ursprungslebensmittels oder chemisch/enzymatische Tests auf
Sulfit oder Laktose nachgewiesen werden.
Bei der Kennzeichnung seitens der Lebensmittelindustrie muss
der Lebensmittelchemiker die rechtlichen Anforderungen an
die umfassende Kennzeichnung der Allergene fachlich umsetzen
und somit dem Allergiker
die notwendigen Informationen über die relevanten
Bestandteile des Lebensmittels zur Verfügung stellen. Eine
verbesserte Allergenkennzeichnung ist aufgrund von
Gemeinschaftsrecht ab 25. November 2005 vorgeschrieben.
Der in der amtlichen Lebensmittelüberwachung tätige
Lebensmittelchemiker überprüft die Einhaltung der
Kennzeichnungsvorgaben. Dabei kann er bis in die Produktion
und die Rohwarenbeschaffenheit hinein die Richtigkeit der
Angaben durch Einsicht in den Produktionsprozess, die
Sichtung der
Betriebsaufzeichnungen und eigens veranlasste Untersuchungen
kontrollieren.
Die Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs sind für den
Allergiker noch nie so leicht zu beurteilen gewesen wie
jetzt aufgrund der neuen Kennzeichnungsregelungen. Doch die
beste Vorbeugung ist und bleibt die
Vermeidung der allergieauslösenden Lebensmittel, wodurch
sich die Lebensqualität der Betroffenen deutlich steigern
lässt.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund
27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen
Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 25 Fachgruppen und
Sektionen. Mit rund 2.800
Mitgliedern ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft die
größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet mit dem
Deutschen Lebensmittelchemikertag die zentrale Jahrestagung
der Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in
Deutschland. Mehr als 500 Wissenschaftler aus der Wirtschaft
sowie aus Behörden,
Handelslaboratorien, Hochschulen oder anderen
Forschungseinrichtungen treffen sich hier, um die
Weiterentwicklung ihrer Wissenschaft in Vorträgen und
Postern vorzustellen und zu diskutieren. 2005 ist der
Deutsche Lebensmittelchemikertag mit der EURO FOOD CHEM XIII
gekoppelt, die von der Food Chemistry Division der European
Association for Chemical and Molecular Sciences (EuCheMS)
vom 21. bis 23. September in Hamburg veranstaltet wird. Die
GDCh ist Mitglied in der EuCheMS.
Informationsdienst
Wissenschaft - idw -
Pressemitteilung Gesellschaft
Deutscher Chemiker e.V., Dr. Renate Hoer
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