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Ausgabe
Dezember 2005

Spezifische Immuntherapie auch gegen Neurodermitis?
Hyposensibilisierung verstärkt nicht die Symptome. (5)
Eine spezifische Immuntherapie (SIT) gegen Hausstaubmilben
wirkt auch bei Neurodermitis. Entgegen der Lehrbuchmeinung
führt sie nicht zu einer Verstärkung der Symptome der
atopischen Dermatitis.
"Damit eröffnen sich ganz neue Behandlungsoptionen", so
Professor Alexander Kapp von der Dermatologischen Klinik der
Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). In einer von Kapp
geleiteten Multicenterstudie wurden 79 erwachsene Patienten
mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, die außerdem
gegen Hausstaubmilben sensibilisiert waren, in drei Gruppen
eingeteilt. Sie erhielten eine wöchentliche subkutane SIT
mit hochgereinigtem Milbenextrakt.
Die erste Gruppe erhielt lediglich 20 SQ-Einheiten und wurde
deshalb als "Aktiv-Placebogruppe" bezeichnet. Das Kürzel
bedeutet "standardisierte Qualität": die SQ-Einheiten
korrelieren mit der absoluten Menge an Hauptallergenen.
In der zweiten Gruppe wurden die Patienten mit 2000 und in
der dritten mit 20 000 SQ-Einheiten behandelt, wie Kapp beim
21. Fortbildungskongreß "Fortschritte der Allergologie,
Immunologie und Dermatologie" in Davos berichtet hat.
Bereits nach vier Wochen und bis zum Ende des einjährigen
Studienzeitraums hatte sich der Zustand der Haut in den
beiden Hochdosisgruppen stärker verbessert als in der
Vergleichsgruppe.
Bei den Patienten, die mit 20 000 SQ-Einheiten des
Milbenextraktes behandelt worden waren, verbesserte sich der
SCORAD (SCORing Atopic Dermatitis) - ein etabliertes
Instrument zur Beurteilung der Krankheitsschwere - um 25
Prozent. Außerdem benötigten die Patienten in den beiden
Hochdosisgruppen deutlich weniger topische Glukokortikoide
und weniger Antihistaminika.
Alle bisherigen Bedenken, eine SIT könnte Symptome einer
atopischen Dermatitis verstärken, seien zumindest für die
Therapie mit dem untersuchten Milbenextrakt damit vom Tisch,
so Kapp. Ob die Hyposensibilisierung tatsächlich eine Option
zur Therapie bei atopischer Dermatitis ist, soll nun in
einer weiteren Studie mit praxisgängigen
Allergenkonzentrationen und Therapieschemata geprüft werden.
Für eine generelle Empfehlung sei es noch zu früh.
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