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Ausgabe Dezember 2005

Schimmelpilz-Allergie:
Schimmelpilze verursachen in zunehmendem Maß
Hauterkrankungen (7)
Immer häufiger werden Schimmelpilze als Ursachen von Hauterkrankungen
identifiziert. Glücklicherweise bleiben systemische Infekte
meist auf Patienten beschränkt, deren körpereigenes Immunsystem
geschädigt ist.
Im häuslichen bereich erhöhen
Schimmelpilze das Risiko für Atemwegserkrankungen und
Allergien. Ursache sind meist flüchtige organische
Substanzen, die von den Pilzen gebildet werden.
Schimmelpilze treten in der Wohnung bei Feuchtigkeitsschäden
auf, etwa nach einem Rohrbruch, bei aufsteigender Nässe oder
bei starker Wasserkondensation. Das Spektrum der
Schimmelpilze ist sehr groß, vor allem finden sich Arten aus
den Gattungen Aspergillus, Penicillium sowie einige
Schwärzepilze.
Bei Bewohnern belasteter Wohnungen kann eine 1,4 bis 2,2fach
erhöhte Rate für Atemwegserkrankungen beobachtet werden.
Typische Symptome sind
Schleimhautirritationen, -ödeme und -entzündungen der
Atemwege, in deren Folge dann virale und bakterielle Infekte
auftreten.
Die verursachenden flüchtigen
organischen Substanzen. können in der Raumluft
gemessen werden. Sie sorgen meist auch für den typisch
schimmeligen Geruch.
Außer Atemwegs-Infektionen sind Allergien durch
Schimmelpilze in Wohnungen gefürchtet. Pilzbedingte
Allergien sind jedoch äußerst schwierig
nachzuweisen.
Aufgrund fehlender Allergen-Extrakte für viele
Schimmelpilzarten können allergische Beschwerden meist nicht
sicher auf Schimmelpilze zurückgeführt werden. Häufig sind
die Betroffenen zusätzlich gegen Gräserpollen
sensibilisiert. Ob eine vorliegende Schimmelpilzquelle eine
allergene Reaktion bei Betroffenen auslöst, sollte daher
immer von erfahrenen Spezialisten beurteilt werden.
Sehr selten, sind
Hauterkrankungen durch Schimmelpilze. Meist sind dann Alternaria-Spezies wie Alternaria alternata, ein Vertreter
der Schwärzepilze (Dematiaceae), die Ursache der Dermatose.
Im Haushalt findet man Alternaria alternata vor allem auf
Mehl, Obst und Gemüse sowie als Bestandteil von
Wandschimmel, Zygomyzeten, sogenannte Jochpilze, wiederum
können zu Zygomykosen der Sinus sowie des
Zentralnervensystems und der Lungen führen.
Diese Erkrankungen verlaufen oft tödlich, kommen aber meist
nur bei immungeschwächten Personen vor. Gefährdet für
systemische Mykosen sind bekanntlich vor allem Kranke mit
schwerer, länger dauernder Abwehrschwäche, etwa bei einer
Krebs-Therapie oder nach Organtransplantation.
Zur systemischen Infektion kommt es, wenn Schimmelpilzsporen
direkt eingeatmet werden. Diese werden durch Bewegungen und
Luftströme aufgewirbelt und können so in den
Respirationstrakt der Patienten gelangen. Der häufigste
Erreger ist hier Aspergillus fumigatus, der invasive
bronchopulmonale Aspergillosen und Aspergillome der Lunge
verursacht. Aspergillus-Spezies können jedoch auch im
Bereich des äußeren Ohres oder der Nasennebenhöhlen
Erkrankungen hervorrufen.
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