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Ausgabe
Dezember 2006
Wissenschaftler vermuten Allergie auf körpereigene Hormone
Zyklusabhängige Beschwerden zukünftig mit
spezifischer Immuntherapie heilbar?
So
manche Frau quält sich regelmäßig mit zyklusabhängigen
Menstruationsbeschwerden. Der texanische Wissenschaftler
Richard Richardson und sein Team fanden nun heraus,
dass für perimenstruelle Beschwerden wie Migräne und Asthma eine
Allergie auf die körpereigenen Hormone Östrogen und
Progesteron verantwortlich sein könnte.1
In der
Studie wurde 368 Frauen mit perimenstruellen Beschwerden
Blut abgenommen. Die Kontrollgruppe umfasste 302 gesunde
Frauen zwischen 24 und 47 Jahren. Tatsächlich wiesen die
Frauen mit zyklusabhängigen Beschwerden
signifikant erhöhte
Werte der Antikörper IgG, IgM und IgE auf, immer zu den
jeweiligen Zeitpunkten, wenn auch die Beschwerden auftraten.
„Erhöhte Werte von IgE-Antikörpern sind ein für Allergiker
typischer Befund“, sagt Professor Thomas Fuchs, Allergologe
an der Universitäts-Hautklinik Göttingen und
Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen
(ÄDA).
Eine
Allergie auf Geschlechtshormone galt bisher als
unwahrscheinlich. Die Moleküle seien zu klein, um Allergien
auszulösen. Die Wissenschaftler aus Texas vermuten daher,
dass per Sexualhormonbindungsglobulin (SHBG) gebundene
Hormone für die allergische Reaktion verantwortlich sind. In
dieser Form sind sie groß genug, um von den Immunzellen
wahrgenommen und im Fall einer Allergie bekämpft zu werden.
Das
verheißungsvolle Fazit der Studie: In Zukunft können
zyklusabhängige Beschwerden möglicherweise beim Allergologen
hyposensibilisiert werden. Doch bis es so weit ist, werden
weitere Studien und Untersuchungen zu diesem Thema vonnöten
sein. Professor Fuchs rät bei Verdacht auf eine Allergie,
einen allergologisch ausgebildeten Facharzt aufzusuchen.
1. Russel R. Roby, Richard H.
Richardson, Aristo Vojdani: Hormone Allergy, American
Journal of Reproductive Immunology, Vol. 55, Issue 4, April
2006
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