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Ausgabe Februar 2006

 

 

Klimawandel fördert Pollenallergie



Forscher der amerikanischen Harvard-Universität sind der Auffassung, daß sich die globale Klimaveränderung nicht nur auf die Umwelt auswirkt, sondern auch auf den individuellen Allergiker.

Aufgrund der veränderten Temperaturen - so die Harvard-Forscher - ist immer früher im Jahr mit dem ersten Pollenflug zu rechnen. Dadurch breiten sich die allergischen Erkrankungen aus

Dabei existiere ein eindeutiger Zusammenhang mit der Klimaerwärmung, meinen die Wissenschaftler der Center for Health and the Global Environment der Harvard Medical School (www.climatechangefutures.org).

 

Anstieg der Durchschnittstemperaturen verstärkt Pollenflug

 

Sie werteten Daten aus, die über Jahrzehnte erhoben worden waren. es zeigte sich, daß der Anstieg der globalen Temperatur und des Kohlendioxidgehalts in der Luft Auswirkungen auf die Blühzeit und -dauer von Pflanzen hat. Dies verstärkt auch die Symptome der Allergiker. Die Untersuchung wurde unter anderem auch von der UN unterstützt.

Die Pollenbelastung hat in den vergangenen Jahren weltweit deutlich zugenommen.  Auch die Blühdauer der Pflanzen verlängert sich und damit die Belastung durch Pollen.  Vor Jahren konnten die Pollen-Allergiker noch von Oktober bis Februar unbeschwert atmen. Heute startet die Pollensaison bei den Frühblühern wie Erle, Hasel, Weide und Ulme aufgrund der Erwärmung durchschnittlich 20 Tage früher - einige Bäume blühen sogar schon im Januar oder Februar.

Die höheren Temperaturen bewirken außerdem, dass einige Pflanzen nicht nur früher, sondern auch länger blühen. In Deutschland gilt dies beispielsweise für Birken, Eichen, Buchen, Eschen, Platanen und Linden.



Kohlendioxyd wirkt auf Pflanzen wie ein Energy-Drink

Der erhöhte Kohlendioxidspiegel regt den Stoffwechsel der Pflanzen an, größere Mengen an Pollen zu produzieren.  Kohlendioxid reiche Luft erhöht die Pollenproduktion beispielsweise bei beifußblättrigen Ambrosia (Ragweed) zum 61 Prozent.   Eine deutlich erhöhte Pollenzahl pro Kubikmeter Luft ließ sich auch für  Pflanzen wie Haselnuss, Birke oder Gräser nachweisen.

Selbst der  Stoffwechsel von Pilzen wird angeregt, wenn die Kohlendioxidkonzentration in der Luft ansteigt. Sie wachsen schneller, besser und produzieren mehr Sporen. Das gilt insbesondere auch für die Pilz- und Schimmelarten, die in Häusern gedeihen und Allergien auslösen.



Luftverschmutzung erhöht die Belastung

Die Situation wird durch die zunehmende Luftverschmutzung weiter verschärft. Besonders Dieselruß ist für viele Allergiker gefährlich. Viele besonders kleine Pollen bleiben an den Rußteilchen kleben und können mit diesen zusammen in die Lunge eindringen.

Die Wissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, daß die Schmutzpartikel der Luft die Allergen-Wirkung der ortsüblich vorkommenden Pollen verstärken. Dies verstärkt wiederum die Allergie-Symptome.

Deutsche Allergologen beklagen, daß die Häufigkeit von Heuschnupfen bei Erwachsenen in den vergangenen 15 Jahren um etwa 70 Prozent zugenommen hat. Nach wie vor gilt als sicher, daß zwischen 30 und 40% der Allergiker ein allergisches Asthma entwickeln.

 

 

 

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