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Ausgabe
Mai 2006

Allergisches Asthma:
Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten - therapeutischer Nutzen
von Montelukast teilweise belegt
IQWiG legt Nutzenbewertung für Kombinations- und
Monotherapien bei Asthma bronchiale vor.
In Deutschland ist aus der Klasse der
Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten derzeit nur eine Substanz
zugelassen: Montelukast. In Verbindung mit oral
verabreichten Kortikosteroiden ist nach aktueller
Studienlage ein Nutzen in der Therapie von leichtem bis
mittelschweren Asthma bei Jugendlichen und Erwachsenen
belegt. Im Vergleich zu anderen
Therapievarianten lässt sich indes für Montelukast ein
genereller Zusatznutzen nicht nachweisen. Zu diesem Ergebnis
kommt ein Bericht des Instituts für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den das
Kölner Institut am 17.05.2006 veröffentlicht hat.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das IQWiG am
22.02.2005 mit einer Nutzenbewertung der
Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten bei Asthma Bronchiale
beauftragt. Geprüft wurden die Indikationen und
Therapieansätze, für die Montelukast zum Zeitpunkt der
Bewertung zugelassen war.
Kombinationstherapie mit Montelukast zeigt Nutzen
Für
Jugendliche und Erwachsene mit leichtem bis mittelschwerem
chronischem Asthma zeigt die Kombinationstherapie mit
Montelukast und
inhalativen Kortikosteroiden (ICS) Vorteile gegenüber einer
dosisäquivalenten ICS-Monotherapie. So haben Patienten z.B.
20% mehr asthmafreie Tage als bei der Monotherapie mit
Kortikosteroiden. In der Kombinationstherapie sind
Exazerbationen seltener und weniger Patienten erleiden
Asthma-Attacken. Zudem lassen sich möglicherweise die Dosis
der inhalierten Kortikosteroide und damit auch deren
Nebenwirkungen (Heiserkeit, Abnahme der Knochendichte,
adrenale Suppression) absenken. Unabhängig davon müssen
allerdings potenzielle
Nebenwirkungen von Montelukast berücksichtigt werden. Was
die krankheitsbezogene Lebensqualität betrifft, so ist ein
Vorteil der additiven Therapie gegenüber der ICS
Monotherapie nicht belegt. Das Risiko für unerwünschte
Arzneimittelwirkungen ist bei beiden Therapievarianten
vergleichbar. Aussagen zu langfristigen Nebenwirkungen von
Montelukast sind derzeit jedoch noch nicht möglich.
Montelukast versus Salmeterol - Kombinationstherapien im
Vergleich
Vergleicht man die Wirksamkeit so schneidet die
Kombinationstherapie Montelukast/ICS gegenüber anderen
additiven Therapieoptionen (Salmeterol/ICS) geringfügig
schlechter ab. In der Gesamtbetrachtung
zur Asthmasymptomatik zeigt Montelukast in der
Kombinationstherapie mit ICS schlechtere Resultate als
Salmeterol. Die Patienten haben weniger symptomfreie Tage
und Nächte, sie werden nachts häufiger wach
und das Risiko einer Exazerbation steigt. Bei der Bewertung
der Lebensqualität durch die Patienten differieren die
Resultate nur geringfügig. Ein abschließender Vergleich des
Risikopotenzials der
beiden Präparate ist aufgrund der derzeitigen Studienlage
nicht möglich. Es gibt jedoch Hinweise dafür, dass die
Kombinationstherapie mit Montelukast von den Patienten
besser vertragen wird. Die dokumentierte Anzahl an
Krankenhausaufnahmen ist bei beiden Therapieformen
ausgewogen. Allerdings suchen Patienten unter Montelukast/ICS
Therapie häufiger ambulante Praxen auf. Aussagen zur
Therapiezufriedenheit und Belastbarkeit der Patienten können
auf Grund der vorliegenden Studien nicht gemacht werden.
Belastungsasthma - kein eindeutiger Nutzennachweis für
Montelukast
Beim Belastungsasthma wird durch körperliche Belastung bei
einer vorliegenden entzündlichen Grunderkrankung eine akute
Verengung der Bronchien ausgelöst. Dies führt bei Patienten
zu asthmatypischen Symptomen wie Atemnot, Brustenge und
Husten. Die Lungenfunktion fällt messbar ab. Ein eindeutiger
Grenzwert für den Abfall der
Lungenkapazität, ab der die Patienten Symptome wahrnehmen,
lässt sich hingegen nicht definieren. Dies zeigen auch die
Ergebnisse der wissenschaftlichen Erörterung im IQWiG. Eine
eindeutige Diagnose des
Belastungsasthmas scheint nur durch die gleichzeitige
Erhebung der Symptomatik und die Messung der Lungenfunktion
möglich zu sein.
Für die Bewertung der Behandlung von Belastungsasthma bei
Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Montelukast
Monotherapie stehen nur wenige
Studien zur Verfügung. Es gibt deshalb keinen eindeutigen
Nutzennachweis von Montelukast bei Belastungsasthma, sondern
lediglich Hinweise auf einen Nutzen. In einer Studie zeigt
sich, dass nach
Behandlung mit Montelukast die Belastungszeit statistisch
signifikant verlängert und das subjektive
Belastungsempfinden verringert ist. Das Risikoprofil von
Montelukast bei Belastungsasthma ist aus den wenigen
Studien nicht ableitbar.
Montelukast bei Kindern - Datenlage unzureichend
Eine genaue Nutzen-Schaden-Abwägung für Kinder mit leichtem
bis mittelschwerem chronischem Asthma oder Belastungsasthma
ist aufgrund der unzureichenden Datenlage für die genannten
Therapieansätze nicht
möglich. Indes gibt es auch bei Kindern Hinweise darauf,
dass unter der Montelukast/ICS Kombinationstherapie eine
Absenkung der ICS Dosis möglich ist.
Das Risikoprofil der Mono- und auch
Kombinationstherapie bei Kindern ist aus den vorliegenden
Studien nicht zu beurteilen.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.iqwig.de
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