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Ausgabe
April 2007
Presseinformation:
Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA)
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische
Immunologie e. V. (DGAKI)
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin
e. V. (GPA)
Heuschnupfen: Pollen im Anmarsch (3)
Kaum werden die Tage wieder etwas länger, beginnt für
Millionen Menschen das große Niesen, Schniefen und
Augenjucken. Der Grund: Die Pollensaison hat begonnen. Je
nach Wetterlage lassen Frühblüher wie Hasel oder Erle ihre
Allergie auslösende Fracht bereits ab Januar fliegen. In
diesem Winter waren die ersten Haselpollen sogar schon kurz
vor Weihnachten unterwegs. Anfang des Jahres folgen dann die
Erlenpollen und ab März blühen die Birken. Haben die Birken
Anfang Mai ausgeblüht, geht es gleich weiter mit der
Gräserblüte. Gräser und Roggen, die mehr als der Hälfte der
Heuschnupfenpatienten Probleme bereiten, blühen den ganzen
Sommer lang. Die Pollensaison findet ihr Ende erst im
September, wenn auch die Kräuter ausgeblüht haben. „Heute
leidet bereits ein Viertel der Bevölkerung an der
Volkskrankheit Heuschnupfen“, weiß Professor Dr. Claus
Bachert von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und
Klinische Immunologie (DGAKI). „ Wer allergisch auf früh
blühende Bäume und Gräser ist – und das ist gar nicht so
selten – muss jedes Jahr mit einer Leidenszeit von etwa acht
Monaten rechnen.“
Frühzeitig behandeln
Manche trifft es so schlimm, dass sie sich kaum mehr vor die
Tür trauen, wenn die persönlichen Erzfeinde durch die Luft
wirbeln. Doch soweit sollte es niemand kommen lassen,
schließlich stehen mittlerweile verschiedene wirksame
Behandlungsmethoden zur Verfügung, um geröteten Augen,
Fließschnupfen und Niesattacken etwas entgegenzusetzen.
Dabei gilt: Je eher, desto besser. Denn
Heuschnupfenpatienten tragen ein deutlich erhöhtes Risiko,
später an Asthma zu erkranken. „Etagenwechsel“ nennen
Allergologen dieses Phänomen, wenn die allergischen Symptome
quasi auch noch ein Stockwerk tiefer, also in die Lungen,
wandern.
Wer hinter seinem Schnupfen eine allergische Ursache
vermutet, sollte unbedingt einen Allergietest bei einem
Allergologen durchführen lassen. Steht der Übeltäter fest,
lassen sich die Zeiten der schlimmsten Pollenbelastung mit
Hilfe einiger Verhaltensregeln besser überstehen. Eine
wertvolle Hilfe bieten die regionalen Pollenflugvorhersagen
(Radio, Zeitungen, www.dwd.de, www.donnerwetter.de). Auch
eine geschickte Urlaubsplanung kann manchmal helfen. Die
Internetseite www.polleninfo.org hilft, Urlaubsländer
auszuwählen, in denen die relevanten Pollen nicht fliegen.
Ansonsten gilt bei Pollenalarm:
• Aufenthalt im Freien meiden
• Fenster nachts schließen
• Haare vor dem Zubettgehen waschen
• Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen
• Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen
• Pollenfilter im Auto installieren
Komplett entfliehen kann den winzig kleinen Pollen
allerdings niemand. Bei Baumpollenallergien reichen schon
zehn Pollenkörner pro Kubikmeter Luft, um bei Allergikern
eine Reaktion hervorzurufen. Nicht viel, wenn man bedenkt,
dass beispielsweise eine Birke pro Blütenstand mehr als fünf
Millionen dieser allergenen Quälgeister freisetzt.1 Hinzu
kommt, dass Pollen bei entsprechenden Windverhältnissen
Flugstrecken bis zu mehreren tausend Kilometern zurücklegen
können.
Medikamente als Helfer
Moderne Medikamente bringen bei Heuschnupfen meist
zuverlässig Besserung. So genannte Antihistaminika, die die
allergische Reaktion ausbremsen, übernehmen dabei eine
wichtige Rolle und helfen am besten bei regelmäßiger
Anwendung über die gesamte Zeit des relevanten Pollenfluges.
Die Mittel gibt es zum Einnehmen und in Form von Nasensprays
und Augentropfen. Bei stärkeren Beschwerden machen
kortisonhaltige Nasensprays Sinn. Kortison wirkt direkt an
den Schleimhäuten und gelangt so gut wie gar nicht in den
Blutkreislauf – Ängste vor Kortison-Nebenwirkungen sind
daher unbegründet! Kortisonhaltige Nasensprays benötigen
einige Tage Anlaufzeit, bevor sie ihre volle Wirkung
entfalten.
Die Allergie-Impfung
Die verschiedenen Medikamente haben eins gemeinsam: Sie
bekämpfen die Symptome, nicht aber die Ursache des
Heuschnupfens. Hier setzt die spezifische Immuntherapie (SIT)
an, auch Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung genannt.
Um das überschießende Immunsystem des Allergikers langsam an
den Feind zu gewöhnen, erhalten die Patienten über mehrere
Jahre den Allergie auslösenden Stoff – als Spritzen oder
Tropfen. Ganz neu für Gräserpollenallergiker gibt es dieses
einer Impfung abgeschaute Prinzip nun auch als leicht zu
handhabende Tablette. Die spezifische Immuntherapie weist
Erfolgsraten bis zu 90 Prozent auf.
Welche Form der Immuntherapie genau die richtige ist,
entscheidet ein auf Allergien spezialisierter Facharzt nach
einer ausführlichen Diagnostik. Adressen von Allergologen
lassen sich gut auf der Internetseite des Ärzteverbandes
Deutscher Allergologen unter der Rubrik
„Patienten-Informationen“ finden: www.aeda.de.
1. Liem AS, Groot J: Anthesis and pollen dispersal of Holcus
lanatus L. and Festuca rubra L. in relation to climate
factors. Rev. Palaeobotany Palynology 1973;15:3.
Der Pollenflugkalender
Kaum werden die Tage wieder etwas länger, beginnt das Leiden
der Heuschnupfenpatienten. Der Grund: Die Pollen fliegen
wieder. In diesem Winter waren die ersten Haselnusspollen
sogar schon kurz vor Weihnachten unterwegs. Anfang des
Jahres folgen dann die Erlenpollen und ab März blühen die
Birken. Gräser und Roggen, die mehr als der Hälfte der
Heuschnupfenpatienten Probleme bereiten, blühen den ganzen
Sommer lang. Die Pollensaison findet ihr Ende erst im
September, wenn auch die Kräuter ausgeblüht haben. Eine
wertvolle Hilfe bieten die regionalen Pollenflugvorhersagen
(Radio, Zeitungen,
www.dwd.de,
www.donnerwetter.de).
Auch eine geschickte Urlaubsplanung kann manchmal helfen.
Die Internetseite
www.polleninfo.org hilft, Urlaubsländer auszuwählen,
in denen die relevanten Pollen nicht fliegen.
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