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Ausgabe April 2007



 

Presseinformation:  Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA)
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e. V. (DGAKI)
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. (GPA)

 

 

Heuschnupfen-kranke Kinder

Husten in der Pollensaison ist Alarmsignal für Asthma  (4)

Etwa sieben Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder und 15 Prozent der 13- bis 14-Jährigen sind an Heuschnupfen erkrankt.1 Sie kämpfen während der Pollensaison mit Niesanfällen, laufender Nase und juckenden Augen. Dies beeinträchtigt nicht nur das Spielen im Freien – Heuschnupfenkinder können sich in der Schule auch schlecht konzentrieren. Deshalb lassen in der Pollensaison oft die schulischen Leistungen nach. „Heuschnupfen bei Kindern sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, warnt der Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), Professor Carl Peter Bauer aus Gaißach. Er rät zu einer frühzeitigen Behandlung bei einem auf Allergien spezialisierten Kinder- und Jugendarzt: „Aus Heuschnupfen kann chronisches Asthma werden. Mit einer fachärztlichen Therapie kann dies verhindert werden.“

Aus Heuschnupfen wird oft Asthma

Das Immunsystem von Kindern mit Heuschnupfen reagiert überempfindlich auf bestimmte Eiweiße aus Hasel-, Erlen, Birken- oder Gräserpollen. Die Folge ist eine entzündliche Reaktion der Schleimhäute nach Pollenkontakt – spürbar durch Schwellung, Rötung, Juckreiz und Sekretabsonderung. Bei etwa jedem dritten Kind mit Heuschnupfen entwickelt sich irgendwann zusätzlich ein allergisches Asthma mit Husten, pfeifender Atmung und Anfällen von Atemnot. Der Arzt nennt dies „Etagenwechsel“, weil die Allergie von der Nase in die Bronchien eine Etage hinab gestiegen ist. „Das erste Zeichen für ein beginnendes Asthma ist oft ein trockener Reizhusten in der Nacht. Spätestens bei diesem Alarmsignal ist ein Arztbesuch dringend erforderlich“, erläutert Bauer. Weitere typische Symptome für ein allergisches Asthma sind eine pfeifende, giemende Atmung und Atemnot, weil die Bronchialmuskulatur sich verkrampft. Die geschwollene Schleimhaut und ein zäher Schleim in den Atemwegen erschweren das Luftholen zusätzlich.

Auch Kinder mit leichtem Asthma benötigen eine konsequente Therapie. Dadurch werden nicht nur die Symptome gebessert, sondern es kann auch verhindert werden, dass das Asthma mit den Jahren immer schlimmer oder chronisch wird. Denn werden Anfälle von allergischem Asthma anfangs nur durch den Kontakt mit Allergieauslösern verursacht, können im späteren Krankheitsverlauf – wenn das Bronchialgewebe durch die häufige Entzündung bereits geschädigt ist – auch unspezifische Auslöser wie Kälte, Anstrengung, Staub und Reizstoffe einen Asthmaanfall hervorrufen. Und: Asthma kann durch akute Atemnot zum Tod führen.

Laut statistischem Bundesamt sterben in Deutschland jährlich etwa 1.800 Menschen an Asthma bronchiale. „Diese Zahl ist vermutlich viel zu hoch. Asthma wird häufig in Totenscheinen als Todesursache angegeben, auch wenn der Tod durch Herzversagen, eine Lungenembolie oder ein anderes akutes Ereignis eingetreten ist“, gibt der Lungenfacharzt und Allergologe Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) aus Bochum, zu Bedenken. Er schätzt, dass in Deutschland nur einige wenige hundert Personen jährlich an Asthma sterben. „Die Anzahl der Todesfälle durch Asthma ist seit Jahren rückläufig. Ein Grund dafür sind moderne Wirksubstanzen und der leitliniengerechte – frühe – Einsatz von Kortison zum Inhalieren“, erklärt Schultze-Werninghaus.

Obwohl die Asthmatherapie große Fortschritte gemacht hat, nimmt die Häufigkeit von Kindern mit Asthma weiter zu: Der Anteil der Kinder mit Asthmasymptomen im Alter von sechs bis sieben Jahren hat in den Jahren zwischen 1995 und 2000 von 9,6 Prozent auf 12,8 Prozent zugenommen. Somit ist jedes achte Kind betroffen. Für Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren wird ebenfalls ein Anstieg der Asthmahäufigkeit diskutiert.1 „In der Studie wurde die Anzahl der Betroffenen mit für Asthma typischen Symptomen erhoben. Man muss jedoch unterscheiden zwischen einer dauerhaften Asthmaerkrankung und Asthmasymptomen, wie sie auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten können. An einem chronischen Asthma sind erfreulicherweise nicht viele Jugendliche erkrankt“, sagt der Kinder- und Jugendarzt Bauer.

Kinder mit Heuschnupfen müssen zum Facharzt

Bei allergiekranken Kindern ist der Gang zum Facharzt unvermeidlich. Der Kinderallergologe stellt zunächst den Allergieauslöser anhand der Krankengeschichte und Allergietests fest – eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Behandlung. „Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten können die Patienten nahezu beschwerdefrei sein – auch in der Pollensaison“, sagt Bauer. So blockieren Antihistaminika einen Botenstoff der allergischen Entzündung. Moderne Präparate machen – besonders wichtig für Schulkinder – auch nicht mehr müde. Kortisonhaltige Nasensprays können bei regelmäßiger Anwendung ebenfalls eine große Hilfe bei Heuschnupfen sein. „Die neuen Kortisone wirken nur in der Nase und gelangen kaum mehr in den Blutkreislauf. Es besteht kein Grund mehr zur Angst vor Nebenwirkungen.“ Bei andauernden Beschwerden rät der Kinder- und Jugendarzt Professor Bauer zur spezifischen Immuntherapie. Diese „Allergie-Impfung“ mit molekular standardisierten Allergenpräparaten verhindert weitere Sensibilisierungen und senkt als einzige Therapie das Risiko für den Etagenwechsel, also die Ausweitung der Allergie zu einem Asthma bronchiale. Ausschlaggebend für den Behandlungserfolg ist der rechtzeitige Therapiebeginn. Bei Kindern mit Heuschnupfen oder leichtem allergischen Asthma kann mit der spezifischen Immuntherapie außerdem eine dauerhafte Heilung erreicht werden.

 

 

1.  Asher MI et al: Worldwide time trends in the prevalence of symptoms of asthma, allergic rhinoconjunctivitis, and eczema in childhood: ISAAC Phases One and Three repeat multicountry cross-sectional surveys. Lancet 2006;368:733-743.

 

 

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Häufigkeit von Heuschnupfen und Asthma
Etwa sieben Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder und 15 Prozent der 13- bis 14-Jährigen leiden an Heuschnupfen.1 Sie kämpfen während der Pollensaison mit Niesanfällen, Fließschnupfen und juckenden Augen. Der Vorsitzende der Ge-sellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), Professor Carl Peter Bauer aus Gaißach, rät zu einer frühzeitigen Behandlung bei einem auf Allergien spezialisierten Kinder- und Jugendarzt: „Aus Heuschnupfen kann sichchronisches Asthma entwickeln. Eine fachärztliche Therapie kann dies jedoch verhindern.“ Denn obwohl die Asthmatherapie große Fortschritte gemacht hat, nimmt die Asthmahäufigkeit bei Kindern weiter zu: Der Anteil der Kinder mit Asthmasymptomen hat sich in den Jahren zwischen 1995 und 2000 von 9,6 Prozent auf 12,8 Prozent gesteigert. Somit ist jedes achte Kind betroffen. Für Jugendliche wird ebenfalls ein Anstieg der Asthmahäufigkeit diskutiert.1


1. Asher MI et al: Worldwide time trends in the prevalence of symptoms of asthma, allergic rhinoconjunctivitis, and eczema in childhood: ISAAC Phases One and Three repeat multi-country cross-sectional surveys. Lancet 2006;368:733-743.

 

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