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Ausgabe 46 (Oktober 2007)
 


WERBUNG

Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA)
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e. V. (DGAKI)
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. (GPA)

 

Ehrung von Professor. Dr. Karl Hansen (1893-1962)

 

Lübecker Allergologe prägte Allergologie in Deutschland

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) würdigt auf dem 2. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongress 2007 den Begründer der modernen Allergologie in Deutschland, Professor Dr. med. Karl Hansen. Zudem errichtet die Universität zu Lübeck im Frühjahr 2008 eine Gedenktafel zum Andenken des Mediziners und Wissenschaftlers.

Die Häufigkeit von Allergien hat im letzten Jahrhundert weltweit zugenommen.1,2 Mittlerweile leidet jeder Dritte in Deutschland an chronischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma und atopischem Ekzem. Die Allergiediagnostik und -therapie hat somit eine große Bedeutung. Professor Karl Hansen (1893-1962), früherer Leiter der Medizinischen Klinik des damaligen Städtischen Krankenhauses Lübecks, setzte neue Impulse in der Allergieforschung des 20. Jahrhunderts. „Intensive klinische und experimentelle Forschung – geprägt durch Hansen – bildet die Grundlage der heutigen Behandlungsmöglichkeiten von Allergien“, sagt Dr. Wolf-Meinhard Becker, Kongresspräsident des diesjährigen Deutschen Allergie-Kongresses des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), der DGAKI und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA).

Auch die Universität zu Lübeck schätzt das Engagement Hansens: Mit seiner vorausschauenden und auf eine Medizinische Akademie ausgerichtete Personalpolitik schuf er den Grundstein für die Errichtung heutiger Kliniken und Institute.3 „Wir möchten eine Gedenktafel in unserem neuen Auditorium Maximum errichten, das Anfang nächsten Jahres fertig gestellt wird“, zeigt Professor Dr. med. Peter Dominiak, Rektor der Universität zu Lübeck, seine Anerkennung.

Karl-Hansen-Gedächtnispreis und Karl-Hansen-Medaille ehren Forscher der Allergologie und klinischen Immunologie

Zu Ehren Hansens verleiht die DGAKI regelmäßig den Karl-Hansen-Gedächtnis­preis und eine Karl-Hansen-Medaille. Der Gedächtnispreis richtet sich an junge Nachwuchsforscher mit umfassenden, wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Allergologie und klinischen Immunologie. Die diesjährigen Preisträger sind die Arbeitsgruppe von Frau Professor Gesine Hansen, Medizinische Hochschule Hannover, für ihre Forschungen über neue therapeutische Möglichkeiten bei allergischem Asthma und Privat-Dozent Dr. Knut Schäkel, Universitäts-Hautklinik Dresden, für die Charakterisierung eines neuen Zelltyps im menschlichen Blut, der an allergischen Entzündungen beteiligt ist.

Die Karl-Hansen-Medaille für herausragende Verdienste um die Allergologie und klinische Immunologie erhalten in diesem Jahr Professor John Bienenstock von der McMaster University, Ontario, Kanada, und Professor Jürgen Knop von der Universitäts-Hautklinik Mainz.

Frühe Erkenntnis: Allergie nicht immer gleich Allergie

Der Begriff der „Allergie“ existiert bereits über 100 Jahre. Der Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet führte ihn im Jahre 1906 zum ersten Mal ein.4 Als „Vater der Deutschen Allergologie“ bezeichnen allerdings viele den Allergieforscher Professor Hansen: Er begründete u. a. die klinische Allergieforschung durch erste Allergielabore und -stationen, war Lehrer für eine Generation bedeutender Allergologen und unterschied allergische Symptome durch verschiedene Begriffsbildungen. „Ebenso wie Pirquet war auch Karl Hansen ein klinischer Beobachter mit sehr guten pathophysiologischen Kenntnissen“, sagt Professor Dr. Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité. Die Pathophysiologie beschäftigt sich mit der krankhaften Veränderung des Körpers und wie diese die Physis des Menschen beeinflusst. „Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannte Hansen beispielsweise den Unterschied zwischen einer klinisch stummen Sensibilisierung auf ein Allergen, die keine Beschwerden bei Allergiekranken auslöst, und einer klinisch aktuellen Sensibilisierung mit Allergiesymptomen.“ Bei beiden Sensibilisierungstypen sind für eine Allergie typischen Antikörper (IgE-Antikörper) im Blut nachweisbar. Diese Erkenntnis des Lübecker Allergologen sei durch molekularbiologische Fortschritte bei der Allergiediagnostik etwas in den Hintergrund getreten. Mit der Beobachtung Hansens lassen sich laut Bergmann zusätzliche Kosten einsparen: Patienten mit einer „stummen Sensibilisierung“ bliebe eine aufwändige Allergietherapie erspart. Die Diagnostik und Therapie von Allergien gehört in die Hände eines allergologisch ausgebildeten Arztes.

 

5.654 Zeichen inklusive Leerzeichen, Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

 

Auszug aus dem Programm des Allergie-Kongresses Lübeck

·       Mittwoch, 26. September 2007, 18.00-19.00 Uhr, Konzertsaal:
Eröffnungsfeier im Konzertsaal mit Verleihung des Karl-Hansen-Gedächtnispreises und des Clemens-von-Pirquet-Stipendiums

·       Donnerstag, 27. September 2007, Plenum1: 10.45 Uhr, Orchestersaal:
Verleihung der Karl-Hansen-Medaille

·       Donnerstag, 27. September 2007, ab 15.30 Uhr, Raum Lübeck 1 und 2, Hotel Radisson, Symposium 9: Karl Hansen und die Deutsche Allergologie (Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann, Berlin)

 

Quellen

1.    Ring J, Krämer U, Schäfer T, Behrendt H. Why are allergies inceasing? Curr Opin Immunol 2001; 13:701-8

2.    Wahn U, Wichmann HE, Hrsg. Spezialbericht Allergien. Statistisches Bundesamt. Stuttgart: Metzler & Pöschel, 2000.

3.    Gesellschaft für Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, Alken Bruns. Der Wagen – Lübecker Beiträge zur Kultur und Gesellschaft. Lübeck: Hansisches Verlagskontor, 2006.

4.    Bergmann K-C, Bergmann I, Schadewaldt H. Bebilderte Geschichte der Allergologie. München-Deisenhofen: Dustri, 2004.

 

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Eine englischsprachige Kurzversion dieser Studie (sog. MEDLINE Abstract) finden Sie hier

 

 

 



 

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