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Ausgabe
Februar 2008

Experten erwarten für diesen Frühling
besonders viele Birkenpollen
Birkenpollen gehören zu den
Hauptauslösern von Heuschnupfen oder allergischem Asthma.1 In
einer Untersuchung des Globalen Europäischen Netzwerks für Allergien und
Asthma (GA2LEN) liegt in Berlin bei 31,5 Prozent der
Patienten eines Allergiezentrums eine Sensibilisierung gegen
Birkenpollen vor.2
Der Birkenpollenflug hat im April
seinen Höhepunkt. Menschen mit einer Allergie auf Birkenpollen leiden
dann unter Niesen, Augenjucken oder gar Atemnot. Professor Claus Bachert,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische
Immunologie (DGAKI), rät den Betroffenen, frühzeitig einen auf die
Behandlung von Allergien spezialisierten Facharzt aufzusuchen. Moderne
antiallergische Medikamente können die Beschwerden wirksam bessern.
Außerdem sollten Allergiker bei einem Allergologen testen lassen, ob für
sie eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage
kommt. „Die spezifische Immuntherapie ist eine ursächliche Behandlung
gegen Allergien, die zu einer jahrelangen Besserung, im besten Fall
sogar zu einer Heilung der Pollenallergie führen kann“, erläutert
Bachert.
2008 ist ein Birken-Mastjahr
„Da die Birke in der Regel jedes zweite
Jahr besonders viele Pollen ausschüttet, erwarten wir für 2008 wieder
eine starke Belastung mit Birkenpollen“, warnt der Medizinmeteorologe
Dr. Klaus Bucher vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg. „Allerdings
hängt der Pollenflug von Witterungsverhältnissen wie Temperatur, Wind
und Niederschlag, auch in der Vorblühphase, ab. Deshalb können wir noch
keine endgültige Aussage machen.“ Auch die Pollenmessdaten der Stiftung
Deutscher Polleninformationsdienst (PID) zeigen, dass die Jahre 2004 und
2006 Mastjahre für die Birke waren: Besonders viele Birkenpollen sind
durch die Luft geflogen. Die Birkenpollensaison 2007 hingegen fiel in
den meisten Regionen Deutschlands verhältnismäßig schwach aus. Dr.
Reinhard Wachter, Biologe aus Delmenhorst, misst seit 1982 unter anderem
auch den Birkenpollengehalt der Luft. Dabei zeigte sich an der
niedersächsischen Messstelle Delmenhorst wie auch andernorts ein
zeitweise ausgeprägter Zwei-Jahres-Rhythmus der gemessenen
Birkenpollenmengen.
Die Leidenszeit hat für einige
Heuschnupfenkranke bereits im Januar mit dem ersten Pollenflug von Erle
und Hasel begonnen. Ab März ist dann abhängig vom Wetter bzw. vom
Standort mit Birkenpollen zu rechnen. Kaum endet die Baumpollensaison im
Mai, fangen die Gräser und der Roggen an zu blühen. „Heute müssen sich
Allergiker zeitiger auf die Heuschnupfensaison vorbereiten, als noch vor
20 Jahren. Im Allgemeinen startet die Pollensaison nun rund 14 Tage
früher“, sagt Bucher. Der Biologe Wachter stellte fest, dass die Birke
in den Jahren nach 1994 ihr Blühmaximum im Mittel drei Tage früher
erreicht als in den 13 Jahren zuvor. Dies sei möglicherweise ein
Ausdruck des Klimawandels.
Bei
Allergien zum Allergologen
Bei Menschen mit einer Pollenallergie
reagiert das Immunsystem nach dem Einatmen von Blütenstaub
überempfindlich. „In den Birken-Mastjahren leiden besonders viele
Patienten unter einer Allergie auf Birkenpollen“, berichtet Professor
Regina Fölster-Holst vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). „Der
Zwei-Jahres-Rhythmus der Birkenblüte spiegelt sich in den Beschwerden
der Patienten wider. Ich erwarte, dass dieses Jahr im Frühling viele
Heuschnupfenpatienten in die Sprechstunde kommen“, so die Leiterin der
Atopiesprechstunde der Universitäts-Hautklinik in Kiel. „Wer im Frühling
starke Atemwegsbeschwerden hat, sollte daran denken, dass die Ursache
eine Pollenallergie sein kann. Nicht immer ist ein grippaler Infekt
Schuld an Schnupfen, Niesen und Husten im Frühling!“
DGAKI-Präsident Bachert warnt davor,
einen allergischen Schnupfen auf die leichte Schulter zu nehmen: „Die
typischen Symptome für Heuschnupfen sind eine geschwollene
Nasenschleimhaut, gesteigerte Schleimproduktion und ein starker
Juckreiz. Die allergische Entzündung kann sich auf die Bronchien
ausdehnen und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und
Husten führen.“ Heuschnupfen sollte auf jeden Fall rechtzeitig behandelt
werden, um das Asthmarisiko zu senken und um zu verhindern, dass die
Erkrankung chronisch wird. Bachert rät Menschen mit Beschwerden, die auf
Heuschnupfen oder Asthma hindeuten, rechtzeitig einen allergologisch
ausgebildeten Facharzt aufzusuchen: „Mit einer fachärztlichen Therapie
bekommt man Allergien gut in den Griff und verhindert, dass sie mit den
Jahren immer schlimmer werden.“
Spezifische Immuntherapie hilft dauerhaft
Eine effektive Allergietherapie
bekämpft nicht nur die Heuschnupfen-Symptome, sondern verbessert
auch die Leistungsfähigkeit und den nächtlichen Schlaf der
Betroffenen. Bei der medikamentösen Behandlung haben sich
kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika für die tägliche
Einnahme sehr bewährt. Eine langfristige Besserung ist in etwa 90
Prozent der Fälle mit einer spezifischen Immuntherapie möglich. Die
Patienten erhalten – zumeist über einen Zeitraum von drei Jahren –
regelmäßig Injektionen mit molekular standardisierten Allergenen.
Als Folge reagiert das Immunsystem wieder weniger sensibel auf den
Allergieauslöser. Die Immuntherapie kann so den Etagenwechsel zum
Asthma bronchiale verhindern.
5.282
Zeichen (mit Leerzeichen)
Belegexemplar erbeten
1.
Bousquet PJ et al: Prevalence of positive skin tests to environmental
aeroallergens in the European Community Respiratory Health Survey I.
Allergy 2007:62:301-309.
2.
Heinzerling L et al: Standard skin prick testing and sensitization to
inhalant allergens across Europe – a survey from the GA2LEN
network. Allergy 2005:60:1287-1300.
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