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Ausgabe
Februar 2008

Auch
80-Jährige sind nicht vor Allergien gefeit
Die Prävalenz allergischer Erkrankungen
bei älteren Bundesbürgern geht nach oben: Geschätzte 20 Prozent der
Menschen im Alter von 45 bis 79 Jahren leiden mittlerweile unter einer
Allergie.1,2 „Die Möglichkeit, auch im höheren Alter zum
ersten Mal eine atopische Erkrankung zu entwickeln, wird von Arzt und
Patient häufig unterschätzt“, warnt Norbert Mülleneisen vom Ärzteverband
Deutscher Allergologen (ÄDA). „Die Regel, dass Neusensibilisierungen nur
bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftreten, kann heute
so nicht mehr gehalten werden.“
Der niedergelassene Allergologe
Mülleneisen diagnostiziert jedes Jahr neue atopische Erkrankungen auch
bei seinen älteren Patienten. Eine seiner Patientinnen hatte im Alter
von 66 Jahren erstmals Symptome einer allergischen Rhinitis. Im Frühling
2004 suchte ihn die ältere Dame mit Niesanfällen, Fließschnupfen und
Augenjucken auf. Mülleneisen diagnostizierte bei der dann 77-jährigen
Patientin eine Allergie gegen Birken-, Erlen- und Haselpollen.
Immuntherapie kann auch Senioren helfen
Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist
bisher die einzige kausale Therapiemöglichkeit einer allergischen
Rhinitis. „Helfen Medikamente wie Antihistaminika und
Kortison-Nasensprays nicht ausreichend, die Allergiesymptome zu
reduzieren, sollten Ärzte spätestens dann eine spezifische Immuntherapie
in Erwägung ziehen“, empfiehlt Professor Thomas Fuchs vom ÄDA. „Auch bei
älteren Patienten ist die Immuntherapie nicht kontraindiziert, wenn die
allergische Erkrankung sicher diagnostiziert wurde“, sagt der Göttinger
Allergologe Fuchs. Abzuraten sei von der SIT, wenn Grunderkrankungen den
Einsatz von Adrenalin verbieten, sowie bei Koronar-, Tumor- oder
Autoimmunerkrankungen.
Der Leverkusener Allergologe
Mülleneisen hat mehrere ältere, sonst gesunde Allergiepatienten
bereits erfolgreich mit einer SIT therapiert. Seine heute 80-jährige
Patientin mit allergischer Rhinitis berichtete bereits zwei Jahre
nach Beginn der Immuntherapie über eine deutliche Besserung. Sie ist
nun nach abgeschlossener und gut vertragener spezifischer
Immuntherapie wieder symptomfrei.
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Zeichen (mit Leerzeichen)
Belegexemplar erbeten
1.
Hermann-Kunz E: Incidence of allergic diseases in East and West Germany.
Gesundheitswesen 1999;61:S100-5.
2.
Hermann-Kunz E, Thierfelder W: Allergische Rhinitis und
Sensiblisierungsraten – Nimmt die Prävalenz wirklich zu?
Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz.
Springer Berlin/Heidelberg 2001;44(7):643-653.
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Eine vollständige englischsprachige Kurzversion
dieser Studie
(sog. MEDLINE Abstract) finden Sie
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