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Ausgabe
November 2008

Deutsche
Ärzteblatt Ausgabe 42 vom 17.10.2008
Nahrungsmittelallergien: über- und
unterschätzt
Köln – Die Hälfte aller Nahrungsmittelallergien
sind gar keine. Zu dieser Schlussfolgerung
kommen Cornelia S. Seitz und Koautoren von der
Universität Würzburg in einer Studie mit 419
Patienten. Ihre Ergebnisse stellen die
Allergologen in der aktuellen Ausgabe des
Deutschen Ärzteblattes vor (Dtsch Arztebl 2008;
105[42]: 715-23). Nach umfassenden
allergologischen Tests wurde bei nur 214 von den
Patienten der Verdacht auf eine
Nahrungsmittelallergie tatsächlich bestätigt.
Nahrungsmittelallergien werden also häufiger
vermutet als nachgewiesen. Dadurch kann für den
Patienten die Lebensqualität deutlich sinken, da
er auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten muss
oder weil Ängste den Alltag bestimmen. Im
Gegensatz dazu steht eine nicht entdeckte oder
unterschätzte Nahrungsmittelallergie, die sich
schlimmstenfalls lebensbedrohlich auswirkt.
Selbst allergische Symptome stehen nicht immer
für eine Nahrungsmittelallergie. Andere
Erkrankungen müssen ebenfalls berücksichtigt
werden, wie zum Beispiel Unverträglichkeiten,
Magen-Darm-Krankheiten oder psychovegetative
Reaktionen. Nur eine intensive allergologische
Untersuchung kann Aufschluss über eine mögliche
Nahrungsmittelallergie liefern. Daher gehört sie
in die Hände von Spezialisten. © CS/aerzteblatt.de

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