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Ausgabe
September 2008

Informationsdienst
Wissenschaft - idw -
Pressemitteilung Helmholtz
Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt,
Michael van den Heuvel, 22.08.2008 09:09
Münchner Forscher entdecken Allergie-Gen
Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben zusammen mit
Kollegen der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der
Technischen Universität München ein Gen entdeckt, das in direktem
Zusammenhang mit der Entstehung von Allergien steht. Gefunden wurde das
FCER1A-Gen dank des Einsatzes modernster Technologien am Helmholtz
Zentrum München, mit denen das gesamte menschliche Genom untersucht
werden kann.
Das neu entdeckte FCER1A-Gen enthält die Bauanleitung für die
alpha-Kette des hochaffinen IgE-Rezeptors, der eine wesentliche Rolle
bei der Allergieentstehung spielt. Bei dem Rezeptor handelt es sich um
eine Bindungsstelle für Immunglobulin E (IgE), einem Protein im Dienste
des Immunsystems. Das Wissenschaftlerteam um Priv.-Doz. Dr.Stephan
Weidinger und Priv.-Doz. Dr. Thomas Illig fand heraus, dass bestimmte
Varianten des entdeckten Gens die Produktion von IgE und damit das
Allergiegeschehen entscheidend beeinflussen. "Für unsere Studie haben
wir die Genome von mehr als 10.000 Erwachsenen und Kindern aus ganz
Deutschland untersucht", so Thomas Illig vom Helmholtz Zentrum München.
Warum manche Menschen ihr Leben lang unempfindlich gegen Allergene sind,
während andere wiederum an Allergien leiden, ist bis heute nicht
vollständig geklärt. Bekannt ist aber, dass genetische Faktoren bei der
Entstehung von Allergien eine entscheidende Rolle spielen.
Allergiker haben zudem einen höheren Anteil an Antikörpern der Klasse
IgE als gesunde Menschen. Diese IgE-Antikörper richten sich gegen ansich
harmlose Umweltsubstanzen wie Hausstaubmilben und Pollen. Über
spezifische Rezeptoren sind die Antikörper zum größten Teil anbestimmte
Zellen gebunden, die sich bevorzugt in der Haut und den Schleimhäuten
befinden. Durch die Kopplung an membranständige IgE-Rezeptoren ist eine
effektive Verstärkung der IgE-Produktion möglich.
Bei Kontakt mit dem Allergen werden aus den Zellen Substanzen
ausgeschüttet, die zu den bekannten allergischen Symptomen wie
allergische Rhinitis (Heuschnupfen), atopisches Ekzem (Neurodermitis)
oder Asthma führen.
Die meisten der für die Studie untersuchten Personen stammen aus den
Bevölkerungsstudien der Forschungsplattform KORA (Kooperative
Gesundheitsforschung in der Region Augsburg), deren Leiter der Direktor
des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München,Prof. Dr.
Dr. H.-Erich Wichmann, ist. Die allergologischen Untersuchungen waren in
Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinikfür Dermatologie und
Allergologie der Technischen Universität Münchenunter Leitung von Prof.
Dr. Dr. Johannes Ring durchgeführt worden.
Die neuen Erkenntnisse zur Regulation der IgE-Antikörper-Produktion
ermöglichen tiefere Einblicke in die Mechanismen der
Allergieentstehung und eröffnen neue Therapieoptionen.
Publikation:
Weidinger S, Gieger C, Rodriguez E, Baurecht H, Mempel M, et al.
(2008) Genome-Wide Scan on Total Serum IgE Levels Identifies FCER1A as
Novel Susceptibility Locus. PLoS Genet 4(8): e1000166.
doi:10.1371/journal.pgen.1000166
<http://www.plosgenetics.org/doi/pgen.1000166>
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.helmholtz-muenchen.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2008/pressemitteilung-2008-detail/article/10903/9/index.html
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