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Ausgabe
Mai 2009

Gute Nachrichten für 15 Millionen
Pollenallergiker in Deutschland
Bundesforschungsministerin
Professor Dr. Annette Schavan eröffnet Pollenflugzentrale
des Deutschen Wetterdienstes (2)
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) eröffnet gemeinsam mit
Bundesforschungsministerin Professor Dr. Annette Schavan seine
Pollenflugzentrale in Freiburg. Bis Ende 2011 wird in Deutschland
ein Messnetz von fünfzehn automatischen Pollenmonitoren
aufgebaut. Diese Geräte, die von der Firma Hund in Zusammenarbeit
mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik
(FIT) Sankt Augustin, und dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie
und Experimentelle Medizin (ITEM) Hannover entwickelt wurden,
melden aktuelle Daten an die Zentrale in Freiburg. Damit liegt
jederzeit ein detailliertes Bild über die aktuelle Pollenbelastung
in Deutschland vor, das in dieser Vollständigkeit noch
nie verfügbar war. Diese Beobachtungsdaten werden anschließend
mit den Wettervorhersagen des DWD zur Pollenflugvorhersage weiterverarbeitet.
Auf dieser Grundlage kann die Lebensqualität von Millionen
Pollenallergikern in Deutschland entscheidend verbessert werden.
Die
grundsätzliche Machbarkeit der vollautomatischen Pollenanalyse
wurde in einem vierjährigen, vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten Forschungsprojekt
(2002 - 2006) demonstriert.
Der
erste vollautomatische Pollenmonitor der Welt
Die
Pollenallergie ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden:
15 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet alljährlich
während der Blüte einer breiten Palette von Pflanzen
unter den Folgen einer Pollenallergie. Das reicht von brennenden
Augen und lästigem Niesreiz bis zum lebensbedrohlichen
anaphylaktischen Schock. Jede Allergie ist dabei individuell.
Der eine reagiert auf Birke und Erle, die andere auf Hasel,
Weizen oder Gräser. Für den Pollenallergiker ist
es daher wichtig, genau zu wissen, wann die quälenden
Pollen fliegen. Je exakter die Daten über Pollenarten
und -konzentrationen sind, desto gezielter kann er Gegenmaßnahmen
ergreifen und etwa seine tägliche Medikamentendosis abstimmen.
Der Wunsch der Betroffenen: aktuelle und regional spezifizierte
Informationen.
Allergiker
verfolgen die seit fast 30 Jahren angebotenen Vorhersagen
des DWD in Tageszeitungen und anderen Medien. Doch die hierfür
seit den 50ziger Jahren eingesetzten sogenannten Burkhard-Fallen
sind zu langsam. Sie saugen Luft mit allen darin enthaltenen
Partikeln auf ein Klebeband, das anschließend von menschlichen
Pollenzählern unter einem Lichtmikroskop auf allergologisch
relevante Pollenarten untersucht wird. Die Analyse verlangt
dabei ein hohes Maß an Erfahrung und Konzentration:
Einige Pollenarten unterscheiden sich bereits von ihrer Größe
her, die in einem Bereich zwischen etwa 10 µm und 150
µm liegen kann, andere können nur anhand kaum wahrnehmbarer
Details voneinander unterschieden werden. Da diese Arbeit
zeitaufwändig und personalintensiv ist, liegen ausschließlich
Daten vom Vortag für die Vorhersagen des Pollenflugs
vor.
Eine
Kombination eines speziellen Fluoreszenzmikroskops und modernster
Informationstechnologien bilden das Herzstück des neuen
vollautomatischen Pollenmonitors. Staub und darin enthaltene
Pollen werden aus der Umgebungsluft angesaugt, auf einer Unterlage
schonend abgeschieden und für die mikroskopische Untersuchung
präpariert. Um Pollen von Staubpartikeln zu unterscheiden,
wird mit Hilfe der Fluoreszenzmikroskopie die Eigenfluoreszenz
der Pollen angeregt. Schicht für Schicht nimmt eine Kamera
im Fluoreszenzlicht einen Stapel hoch aufgelöster tomographischer
Bilder auf. Die Software klassifiziert die Objekte anhand
ihrer Form und inneren Struktur und ordnet sie den einzelnen
allergenen Pollenarten zu. Die Software kann auch zum Nachweis
anderer Luftbestandteile trainiert werden, so etwa zur Überwachung
der Luftqualität oder zum Nachweis von Keimen und Pilzen
in der Landwirtschaft oder der Nahrungsmittelproduktion.
Die feldtauglichen Geräte melden ihre Ergebnisse dann
an die Zentrale in Freiburg. Den Meteorologen steht das Auswerteergebnis
stündlich in Form einer Matrix inklusive aller relevanten
Umweltdaten wie z. B. Luftdruck, Temperatur und relativer
Feuchte zur Verfügung. Damit wird jederzeit ein detailliertes
Bild der aktuellen lokalen Pollenbelastung in Deutschland
erstellt, das in dieser Vollständigkeit noch nie verfügbar
war. Diese Beobachtungsdaten werden anschließend mit
den Wettervorhersagen des DWD zur Pollenflugvorhersage weiterverarbeitet.
Damit ist es endlich möglich, Allergiker sehr zeitnah
über die ihn betreffenden Allergene zu informieren.
Die
Firma Helmut Hund GmbH aus Wetzlar hat diesen weltweit ersten
vollautomatischen Pollenmonitor BAA (Bio-Areosol-Analysator)
mit großen eigenen Aufwendungen entwickelt und zur Serienreife
gebracht. Der Entwicklung vorausgegangen war das vierjährige
(2002 - 2006), vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) unterstützte Forschungsprojekt OMNIBUSS
(Online-Monitoring natürlicher, inhalativallergener Bioaerosole
und sonstiger Staubkomponenten), in dem die grundsätzliche
Machbarkeit der vollautomatischen Pollenanalyse demonstriert
worden war.
Weitere
Informationen:
http://www.dwd.de Deutscher Wetterdienst
http://www.hund.de Firma Helmut Hund GmbH
http://www.fit.fraunhofer.de Fraunhofer-Institut für
Angewandte Informationstechnik FIT
http://www.optischetechnologien.de Internetseite des Projektträgers
VDI Optische Technologien
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
VDI Technologiezentrum GmbH, Dr. Eckhard Heybrock, Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
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Informationen zum Thema finden Sie
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