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Newsletter-Ausgabe
Oktober/November 2009
Wenn das Immunsystem versagt
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Immunologie
Störungen des Immunsystems führen zu erhöhter Infektanfälligkeit, zu
Autoimmunerkrankungen wie z. B. entzündlichem Rheuma, zu Allergien und
manchmal auch zu Krebs. Ein intaktes Immunsystem hingegen gewährt
körperliche Gesundheit und Wohlbefinden. Welche vielfältigen Ursachen
zu Störungen des Immunsystems führen, erläuterte Kongresspräsident
Professor Reinhold E. Schmidt, Klinik für Immunologie und Rheumatologie
der Medizinischen Hochschule Hannover, beim 2nd European
Congress of Immunology in Berlin.
Weltweit am häufigsten sind Unterernährung, schlechte
Hygienebedingungen und eine Infektion mit dem Humanen Immundefizienz
Virus (HIV). Aber auch Alter, Medikamente (z.B. Cortison,
Zytostatika), Bestrahlung, Operationsstress und bösartige Tumoren des
Knochenmarks und der Lymphknoten verursachen vorübergehende oder lang
anhaltende Schädigungen des Immunsystems. Im Vergleich dazu sind
angeborene Defekte des Immunsystems eher selten. Sie erlauben
allerdings als Experimente der Natur Einblicke in den Aufbau und die
Funktionsweise des menschlichen Immunsystems. Ihre Häufigkeit wird mit
ca. 1 in 500 Menschen geschätzt.
Neben den Körperoberflächen, die die meisten Krankheitserreger
zuverlässig abweisen, gibt es nach Überwinden dieser Barriere ein
natürliches Immunsystem (bestehend aus weißen Blutkörperchen wie z.B.
Makrophagen, Granulozyten, NK-Zellen, dendritische Zellen), das über
eine Art "Rasterfandung" verschiedene Krankheitserreger als gefährlich
erkennt und sofort eine Entzündungsreaktion (Schwellung, Rötung,
Schmerz, Fieber) in Gang setzt. Die allermeisten Krankheitserreger
überstehen diese Reaktion nicht; nur die aggressivsten unter ihnen
überwinden die Barriere des natürlichen Immunsystems und benötigen zur
erfolgreichen Bekämpfung das sog. adaptive Immunsystem (bestehend aus
weißen Blutkörperchen der T-Zellen und B-Zellen), ein Back-up System,
das neben der gezielten Erregerbeseitigung auch noch ein Gedächtnis
als Schutz für die Zukunft entwickelt.
Unterstützt von mehreren nationalen Registern wurde in den letzten
Jahren ein europäisches Register für primäre (angeborene) Immundefekte
(PID) aufgebaut, das inzwischen anonymisierte Informationen von über
9.000 PID Patienten enthält (www.esid.org). Die Daten werden auf
Antrag für wissenschaftliche Analysen bereitgestellt. Etwa 65% dieser
angeborenen Immundefekte betreffen Störungen der Antikörperbildung,
15-20% sind schwere kombinierte Immundefekte aufgrund von Störungen
der T-Zell Entwicklung und Funktion. Beim Rest handelt es sich um
seltenere Defekte der Zellen der natürlichen Immunität und des
Komplementsystems.
Weit über 150 verschiedene Gendefekte (Mutationen, Deletionen,
Insertionen u.a.) sind bisher bei angeborenen Immundefektpatienten
beschrieben worden; sie sind direkt für die Entstehung einer defekten
Immunantwort verantwortlich. Fast täglich kommen neue Defekte hinzu.
Auf dem 2. Europäischen Immunologie-Kongress in Berlin (13. bis
16.9.2009) werden allein im Workshop "T cell deficiencies" vier neue
Gendefekte als Ursache für schwere Störungen der T-Zellfunktion
vorgestellt.
Darüber hinaus wird es am Sonntagnachmittag dem 13. September 2009 ein
CSL-Behring finanziertes, und am Dienstagnachmittag dem 15. September
2009 ein Baxter finanziertes Satellitensymposium über angeborene
Immundefekte geben. Viele dieser schweren angeborenen T-Zelldefekte
können heute durch Stammzelltransplantation geheilt werden. Bei den
B-Zelldefekten, die in der Regel weniger schwer verlaufen, kann durch
regelmäßige Zufuhr von Antikörperpräparationen aus dem Blut gesunder
Plasmaspender die Infektanfälligkeit drastisch gesenkt werden.
Zahlenmäßig viel häufiger als die wissenschaftlich interessanten PIDs
sind erworbene Immundefekte, verursacht z.B. durch chronische
Virusinfektionen (wie HIV und Hepatitis C), Unterernährung, Polytrauma
und Stress nach Operationen, Diabetes, Lymphknotenkrebs, Narkose-
Einflüsse u.a.m.. Viele dieser sekundären Immundefizienzformen sind
heute behandelbar. Auch auf diesem Gebiet bietet der ECI-Kongress in
Berlin 2009 viele neue Erkenntnisse.
Schließlich sind die Übergänge zwischen Immundefekt-Erkrankungen und
Autoimmunkrankheiten fließend, da einige genetische T- und
B-Zelldefekte neben Infektanfälligkeit auch Autoimmunphänomene
verursachen. Um diese komplexen Zusammenhänge besser zu erforschen und
allmählich in den klinischen Alltag zu überführen, braucht es
spezialisierte Zentren an denen interdisziplinäre Teams von
Kinderärzten, Internisten, Immunologen, Molekularbiologen,
Infektiologen, Hämatologen und Pathologen sowohl bei der Erforschung
der PID-Ursachen als auch bei der Entwicklung neuer Therapieverfahren
eng zusammenarbeiten. Ein solches "Integriertes Forschungs- und
Behandlungszentrum" für chronische Immundefizienz (CCI) entsteht
zurzeit mit Unterstützung des BMBF am Universitätsklinikum Freiburg.
Weitere Immundefizienz-Schwerpunkte gibt es in Hannover, Ulm, Dresden,
Krefeld, München und Berlin.
EFIS (European Federation of Immunological Societies) ist der
Dachverband der nationalen immunologischen Fachgesellschaften in
Europa. Zu EFIS zählen 28 nationale Fachgesellschaften in 31
europäischen Ländern mit insgesamt 13.000 Mitgliedern. Gemeinsame
Plattform ist der European Congress of Immunology, der all drei Jahre
stattfindet - in diesem Jahr unter dem Motto: "Immunity for Life -
Immunology for Health" vom 13. bis 16. September in Berlin. Der
Kongress bietet über vier Tage ein umfassendes Programm zum aktuellen
Wissensstand in der Immunologie. Das Themenspektrum in den mehr als 30
Symposien und 60 Workshops reicht von der Grundlagenforschung bis zur
angewandten Immunologie. Im Mittelpunkt stehen die Erkenntnisse zur
angeborenen und erworbenen Immunität, die verschiedenen Aspekte
immunologischer Erkrankungen sowie die neuesten Möglichkeiten von
Immun-Interventionen.
Organisatoren des Symposiums und Ansprechpartner für Rückfragen:
Prof. Bodo Grimbacher
Immunology/Molecular Pathology
Royal Free Hospital & University
College Medical School
Pond Street
London NW3 2QG
Prof. Hans-Hartmut Peter
Rheumatologie/Klin. Immunologie
Med. Universitätsklinik Freiburg
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg
Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt
Klinik für Immunologie und Rheumatologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Fax: +49-511-532-9067
Internet: www.mh-hannover.de/kir.html
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verschickt wird. Sie können diesen Newsletter auf der
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Liebe Leserinnen und Leser,
der Sommer hat sich von allen Seiten gezeigt.
Hitze, schwüle Luft, Regen und kalte Tage. Sie als
Allergiker wussten wieder genau wann der Wind weht und ob er
Pollen mit sich bringt, die Sie nicht vertragen - leider!
Und es ist noch nicht vorüber.
Jetzt kommt die Zeit der Wildkräuter mit ihren unzähligen
Antigenen. Viele Kräuterallergiker haben mit Kreuzallergien
zu kämpfen. Sie leiden deshalb nicht nur an den Pollen,
sondern müssen immer wieder auf bestimmte Gemüse verzichten.
Als Beispiel stellen wir Ihnen den weißen Gänsefuß vor.
Außerdem sind Allergietests in dieser Ausgabe unser Thema.
Welche Tests gibt es und was bringen Sie an Ergebnissen?
Dieser Frage versuchen wir näher zu kommen.
Zwei wichtige Fragen von Lesern haben wir auch wieder
beantwortet. Diesmal geht es unter anderem um die
Frustration, die durch eine Allergie entstehen kann. Unser
Expertenrat beschäftigt sich diesmal mit der Unterscheidung
von einem Erkältungsschnupfen und einer allergischen
Rhinitis.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihr Team von den Azelastine-News
Inhalte
Beifuß, Gänsefuß und
Wegerich: Jetzt kommt die "wilde" Zeit für Allergiker
Allergiker müssen sich nicht nur im Frühjahr
mit Pollen plagen, die ihr Immunsystem aus den Fugen
bringen. Manche Allergiker leiden das ganze Jahr. Nach den
Frühblühern, wie den Bäumen, und den Mittelblühern, wie
Gräsern und Getreide, haben im Spätsommer und Herbst die
Wildkräuter Hochsaison. Wer hierauf mit allergischer
Rhinitis reagiert, muss mit "wilden Zeiten" rechnen. Denn
Kräuter sind immer weiter auf dem Vormarsch. Außerdem bergen
sie das Risiko von Kreuzallergien mit Gemüse. Ein
Antihistaminikum sollten Betroffene daher immer griffbereit
haben.
>> mehr ...
Polle trifft Nahrungsmittel:
Kreuzallergien sind nicht ausgeschlossen!
Ein herzhafter Biss in einen erntefrischen
Apfel - darauf freuen sich die Obstliebhaber im späten
Sommer. Doch manche können das wenig genießen: Kaum ist der
Bissen im Mund kribbelt es auf der Zunge. Die Atemwege
schwellen an. Juckreiz folgt. Und das geschieht ganz
überraschend. Die Ursache liegt nicht am Apfel selbst.
Auslöser dieser Reaktion kann eine Pollenallergie sein.
>> mehr ...
Steckbrief: Weißer Gänsefuß (Chenopodium
album)
Familie: Chenopodiaceae
Heimat: weltweit
>> mehr ...
Detektivarbeit: Mit
Allergietests auf der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen
Die Nase läuft. Tränende Augen entwickeln
sich zu einer Plage. Ständige Atembeschwerden rauben den
Betroffenen jede Lebensfreude. Pollenallergien sind
schlichtweg eine Geißel. So offensichtlich die Symptome
einer Allergie sind, so schwierig ist das Aufspüren der
Auslöser. Allergietests sind nicht immer eindeutig. Am
Anfang einer Diagnose steht ein ausführliches Gespräch mit
einem erfahrenen Arzt. Dann geht es auf die Spurensuche
>> mehr ...
Häufige Fragen von
allergiegeplagten Mitmenschen
Ständig kommen bei mir neue Allergieauslöser
hinzu. Mit der Therapie, die ich zwei Wochen vor den ersten
Symptomen beginnen soll, starte ich deshalb oft zu spät. Was
kann ich tun?
>> mehr ...
Tränende Augen und laufende Nase - meine
Allergie raubt mir das ganze Jahr über den letzten Nerv. Was
kann ich gegen den Frust tun?
>> mehr ...
Expertenrat - heute:
So unterscheidet sich eine allergische Rhinitis
von einem Schnupfen
Häufig wird ein Erkältungsschnupfen mit einer
allergischen Rhinitis verwechselt. Kein Wunder: die Nase
läuft und heftige Niesattacken begleiten die Beschwerden.
Dennoch gibt es handfeste Unterschiede, die in folgender
Tabelle aufgeführt sind:
>> mehr ...

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