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Newsletter-Ausgabe
Oktober/November 2009
Dem Rätsel IgE auf der Spur
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Immunologie
Immunglobulin E, kurz IgE genannt, ist der Schurke im Drama Allergie.
Welche Rolle das Immunglobulin in der Immunabwehr spielt und warum es
immer häufiger aus dem Ruder läuft, untersucht Professor Dr. Gernot
Achatz, Fachbereich Molekulare Biologie der Universität Salzburg. Beim
2nd European Congress of Immunology ECI 2009 in Berlin präsentiert der
Wissenschaftler neue Daten zur Evolution der biologischen Funktion von
IgE.
Allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten dramatisch
zugenommen und stellen ein erhebliches gesundheitliches Problem dar,
von dem bis zu einem Drittel der Bevölkerung betroffen ist. Um
wirksame Behandlungsstrategien entwickeln zu können, muss die
biologische Funktion des Immunglobulins sowie seine Regulation genauer
in die Blick genommen werden.
IgE ist ein in der Evolution konserviertes Mitglied der
Immunglobulinfamilie. Immunglobuline sind die Antikörper des Menschen,
die bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Verglichen mit
allen anderen Immunglobulinklassen, die in Mikrogramm- bis Milligramm-
Konzentrationen pro Milliliter Blutplasma auftreten, liegt der IgE-
Spiegel im Blut gesunder Menschen wie auch bei Labormäusen deutlich
niedriger, im Nano- bis Mikrogrammbereich. IgE kommt vor allem in
Epithelien und Schleimhäuten vor, wo es an spezifische Rezeptoren auf
der Oberfläche hochpotenter Effektorzellen des Immunsystems gebunden
ist, so genannte eosinophile Granulozyten und Mastzellen. Gebunden an
diese Zellen hat IgE eine lange Halbwertszeit von Wochen bis Monaten,
während die Halbwertszeit freier IgE-Moleküle im Blutplasma lediglich
sechs Stunden beträgt. "Dies legt nahe, dass IgE eine Rolle in der
lokalen Immunabwehr spielt", so Achatz.
Die Kernfunktion von IgE ist bis heute unklar. Es muss jedoch eine
wichtige biologische Rolle spielen, weil es im Rahmen der Evolution
stabil blieb und bei allen Säugern zu finden ist. Seine Geschichte
datiert mindestens 160 Millionen Jahre zurück, wenn nicht sogar 300
Millionen Jahre. Damals entstanden im Rahmen einer Genduplikation des
Vorläufer-Immunglobulins IgY zwei verschiedene Immunglobuline mit
unterschiedlichen Eigenschaften: IgE und IgG. IgG repräsentierte
fortan die opsonisierenden Aktivitäten des IgY. Opsonisierung ist ein
Mechanismus des Immunsystems zur Kennzeichnung von Eindringlingen
(durch Antikörper und Komplementfaktoren), damit sie von Fresszellen
erkannt und vernichtet werden können. IgE war für die anaphylaktische
Reaktion zuständig, mit der die Immunabwehr, unter Umständen unter
Aufbietung des gesamten Organismus, auf einen fremden Reiz reagieren
kann. Aus evolutionärer Sicht scheint die anaphylaktische
Abwehrreaktion notwendig gewesen zu sein, wenn auch zu einem hohen
Preis für das Individuum. "Die Aufsplittung von anaphylaktischen und
opsonischen Aktivitäten erlaubte eine engere und spezifischere
Kontrolle beider Mechanismen.
Heutzutage ist IgE vor allem für seine starken, unerwünschten
Effektorfunktionen in Gestalt allergischer Reaktionen bekannt. Diese
reichen von lästigen Lokalsymptomen wie Heuschnupfen bis zum
lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, was die potenzielle
Gefährlichkeit hoher systemischer IgE-Titer unterstreicht. Der Anstieg
allergischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten stellt ein
ungelöstes medizinisches, immunologisches, genetisches und
evolutionäres Problem dar. Achatz vermutet dahinter ein Versagen von
Kontrollmechanismen, die in der Vergangenheit adäquat waren und im
Laufe der Evolution verfeinert wurden. Er selbst und auch andere haben
in den letzten Jahren verschiedene Mechanismen beschrieben, die eine
enge Kontrolle der IgE-Antwort durch B-Lymphozyten nahelegen. Die
weitere Aufklärung der Kontrolle und biologischen Funktion von IgE ist
Voraussetzung für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien.
EFIS (European Federation of Immunological Societies) ist der
Dachverband der nationalen immunologischen Fachgesellschaften in
Europa. Zu EFIS zählen 28 nationale Fachgesellschaften in 31
europäischen Ländern mit insgesamt 13.000 Mitgliedern. Gemeinsame
Plattform ist der European Congress of Immunology, der all drei Jahre
stattfindet - in diesem Jahr unter dem Motto: "Immunity for Life -
Immunology for Health" vom 13. bis 16. September in Berlin. Der
Kongress bietet über vier Tage ein umfassendes Programm zum aktuellen
Wissensstand in der Immunologie. Das Themenspektrum in den mehr als 30
Symposien und 60 Workshops reicht von der Grundlagenforschung bis zur
angewandten Immunologie. Im Mittelpunkt stehen die Erkenntnisse zur
angeborenen und erworbenen Immunität, die verschiedenen Aspekte
immunologischer Erkrankungen sowie die neuesten Möglichkeiten von
Immun-Interventionen.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Prof. Dr. Gernot Achatz
Ao.Univ.Prof.Mag.Dr.
Molekulare Biologie
Universität Salzburg
Heilbrunnerstr. 34
A-5020 Salzburg
Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt
Klinik für Immunologie und Rheumatologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
E-Mail: immunologie@mh-hannover.de
Internet: www.mh-hannover.de/kir.html
Dr. med. Julia Rautenstrauch
Pressereferentin ECI 2009 Berlin
MedCongress GmbH
Geschäftsführer:
Dr. Julia Rautenstrauch, Hans-Joachim Erbel
Postfach 70 01 49
70571 Stuttgart
Fax: +49 711 72 07 12-29
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verschickt wird. Sie können diesen Newsletter auf der
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Liebe Leserinnen und Leser,
der Sommer hat sich von allen
Seiten gezeigt. Hitze, schwüle Luft, Regen und kalte Tage.
Sie als Allergiker wussten wieder genau wann der Wind weht
und ob er Pollen mit sich bringt, die Sie nicht vertragen -
leider! Und es ist noch nicht vorüber.
Jetzt kommt die Zeit der Wildkräuter mit ihren unzähligen
Antigenen. Viele Kräuterallergiker haben mit Kreuzallergien
zu kämpfen. Sie leiden deshalb nicht nur an den Pollen,
sondern müssen immer wieder auf bestimmte Gemüse verzichten.
Als Beispiel stellen wir Ihnen den weißen Gänsefuß vor.
Außerdem sind Allergietests in dieser Ausgabe unser Thema.
Welche Tests gibt es und was bringen Sie an Ergebnissen?
Dieser Frage versuchen wir näher zu kommen.
Zwei wichtige Fragen von Lesern haben wir auch wieder
beantwortet. Diesmal geht es unter anderem um die
Frustration, die durch eine Allergie entstehen kann. Unser
Expertenrat beschäftigt sich diesmal mit der Unterscheidung
von einem Erkältungsschnupfen und einer allergischen
Rhinitis.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß
beim Lesen!
Ihr Team von den
Azelastine-News
Inhalte
Beifuß,
Gänsefuß und Wegerich: Jetzt kommt die "wilde" Zeit für
Allergiker
Allergiker müssen sich nicht
nur im Frühjahr mit Pollen plagen, die ihr Immunsystem aus
den Fugen bringen. Manche Allergiker leiden das ganze Jahr.
Nach den Frühblühern, wie den Bäumen, und den Mittelblühern,
wie Gräsern und Getreide, haben im Spätsommer und Herbst die
Wildkräuter Hochsaison. Wer hierauf mit allergischer
Rhinitis reagiert, muss mit "wilden Zeiten" rechnen. Denn
Kräuter sind immer weiter auf dem Vormarsch. Außerdem bergen
sie das Risiko von Kreuzallergien mit Gemüse. Ein
Antihistaminikum sollten Betroffene daher immer griffbereit
haben.
>> mehr ...
Polle trifft
Nahrungsmittel: Kreuzallergien sind nicht ausgeschlossen!
Ein herzhafter Biss in einen
erntefrischen Apfel - darauf freuen sich die Obstliebhaber
im späten Sommer. Doch manche können das wenig genießen:
Kaum ist der Bissen im Mund kribbelt es auf der Zunge. Die
Atemwege schwellen an. Juckreiz folgt. Und das geschieht
ganz überraschend. Die Ursache liegt nicht am Apfel selbst.
Auslöser dieser Reaktion kann eine Pollenallergie sein.
>> mehr ...
Steckbrief:
Weißer Gänsefuß (Chenopodium album)
Familie:
Chenopodiaceae
Heimat: weltweit
>> mehr ...
Detektivarbeit: Mit Allergietests auf der Suche nach der
Stecknadel im Heuhaufen
Die Nase läuft. Tränende Augen
entwickeln sich zu einer Plage. Ständige Atembeschwerden
rauben den Betroffenen jede Lebensfreude. Pollenallergien
sind schlichtweg eine Geißel. So offensichtlich die Symptome
einer Allergie sind, so schwierig ist das Aufspüren der
Auslöser. Allergietests sind nicht immer eindeutig. Am
Anfang einer Diagnose steht ein ausführliches Gespräch mit
einem erfahrenen Arzt. Dann geht es auf die Spurensuche
>> mehr ...
Häufige Fragen
von allergiegeplagten Mitmenschen
Ständig kommen bei mir neue
Allergieauslöser hinzu. Mit der Therapie, die ich zwei
Wochen vor den ersten Symptomen beginnen soll, starte ich
deshalb oft zu spät. Was kann ich tun?
>> mehr ...
Tränende Augen und laufende
Nase - meine Allergie raubt mir das ganze Jahr über den
letzten Nerv. Was kann ich gegen den Frust tun?
>> mehr ...
Expertenrat -
heute:
So unterscheidet sich eine allergische Rhinitis
von einem Schnupfen
Häufig wird ein
Erkältungsschnupfen mit einer allergischen Rhinitis
verwechselt. Kein Wunder: die Nase läuft und heftige
Niesattacken begleiten die Beschwerden. Dennoch gibt es
handfeste Unterschiede, die in folgender Tabelle aufgeführt
sind:
>> mehr ...

Mehr Informationen:
www.meda-pharma.de
www.medapharma.de
www.azelastin.info
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